Dead­lines set­zen: Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­ti­on mit schlech­tem Ruf — zu Unrecht!

Dead­lines: Nie­mand hat sie ger­ne im Nacken sit­zen, erst recht nicht in Sicht­wei­te. Sie tra­gen das furcht ein­flö­ßen­de Unwort “dead” ja schon im Namen. Doch so sehr wir sie ver­flu­chen und es ver­mei­den, uns die­sen Ziel-Lini­en zu nähern, so müs­sen wir uns den­noch ein­ge­ste­hen, dass sie ihre Daseins­be­rech­ti­gung haben.

 

Wes­halb Dead­lines unver­zicht­bar sind

Moti­va­ti­on

Ohne die ver­meint­lich gefähr­li­che Linie, die wir nicht über­schrei­ben soll­ten, wür­de es uns häu­fig an Moti­va­ti­on feh­len. Wie heißt es doch so schön: „Ich habe ein Moti­va­ti­ons­pro­blem, bis ich ein Zeit­pro­blem habe“. Vie­le Mit­ar­bei­ter mögen zwar beim Auf­stel­len einer Dead­line etwas zusam­men­zu­cken, doch fast alle müs­sen zuge­ben, dass die Ener­gie, die man in ein Pro­jekt steckt, steigt, je näher ein Fris­ten­de rückt.

Struk­tur

Dead­lines sor­gen außer­dem für Struk­tur im Arbeits­all­tag. Wo soll­ten wir nur mit unse­rer Arbeit anfan­gen, wenn wir für jede Auf­ga­be unend­lich viel Zeit hät­ten? Dead­lines sind also nichts ande­res als Fris­ten, die uns hel­fen, Auf­ga­ben mit hoher Dring­lich­keit vor­ne anzu­stel­len und Auf­ga­ben mit nied­ri­ge­rer Prio­ri­tät erst ein­mal bei­sei­te zu legen, mögen Sie auch noch so inter­es­sant sein. Beson­ders für die Krea­ti­ven unter den Mit­ar­bei­tern mit stän­dig neu­en Ideen ist des­halb das Set­zen von Dead­lines oft unverzichtbar.

Erfolgs­er­leb­nis­se

Dead­lines und Fris­ten hel­fen uns zuletzt auch, Kon­troll­punk­te im Arbeits­all­tag zu set­zen und sor­gen so für regel­mä­ßi­ge Glücks­ge­füh­le. Das Fer­tig­stel­len einer Auf­ga­be in einer vor­ge­ge­be­nen Zeit gibt uns in regel­mä­ßi­gen Abstän­den Rück­mel­dung über die eige­ne Arbeits­leis­tung. Gera­de in Fir­men, in denen es an solch einem Feed­back fehlt, kann eine Dead­line statt nur für unan­ge­neh­me Gefüh­le, auch für Freu­de sor­gen – sofern sie ein­ge­hal­ten wer­den konnte.

Wie aber sorgt man als Arbeit­ge­ber dafür, dass Mit­ar­bei­ter die vor­ge­ge­be­nen Dead­lines auch ein­hal­ten? Wie lässt sich galant auf die näher rücken­de Ziel­li­nie hinweisen?

Bei Dead­lines gilt es, nach Mit­­ar­­bei­­ter-Typen zu unterscheiden

Die Chao­ten | Die­ser Typ Mit­ar­bei­ter ist in sei­ner Arbeits­wei­se sehr unstruk­tu­riert. Zwar lie­gen auch ihm Dead­lines unan­ge­nehm im Magen, jedoch steht er in einer gewis­sen Abhän­gig­keit zu ihnen. Ohne eine Dead­line tut sich der „Cha­ot“ schwer, Din­ge zeit­nah zu erle­di­gen. Sol­che Mit­ar­bei­ter kann man in den meis­ten Fäl­len direkt auf die nahen­de Dead­line hin­wei­sen. „Chao­ten“ sind sel­ten nach­tra­gend und neh­men eine freund­li­che Erin­ne­rung meist nicht persönlich.

Die Zuver­läs­si­gen | Zuver­läs­si­ge Mit­ar­bei­ter füh­len sich oft unge­recht­fer­tigt kri­ti­siert, wenn sie auf eine Dead­line hin­ge­wie­sen wer­den. Ihnen gilt es klar zu machen, dass Sie den ande­ren Mit­ar­bei­tern als Vor­bild die­nen. Als Arbeit­ge­ber soll­te man dar­auf ach­ten, allen Mit­ar­bei­tern einen Gleich­be­hand­lung zu ver­mit­teln. D.h. Auch wenn ein Mit­ar­bei­ter stets Dead­lines ein­hält, so soll­te auch er ab und zu an die­se erin­nert werden.

Die Ver­zwei­fel­ten | Manch einer kapi­tu­liert im Ange­sicht eines Fris­ten­des. In die­sem Moment soll­te man als Arbeit­ge­ber nicht nur Druck aus­üben, son­dern ggf. auch für freund­li­che Moti­va­ti­on sor­gen. Gemein­sa­mes Anpa­cken, ein Erin­nern an bereits bezwun­ge­ne Zie­le, das Set­zen wei­te­rer klei­ner Etap­pen­zie­le – das alles kann der Moti­va­ti­on auf den letz­ten Metern helfen.

Wer als Arbeit­ge­ber das direk­te Gespräch mit den Mit­ar­bei­tern lie­ber mei­det, kann auch All­ge­mein handeln

So soll­te bei Mee­tings oder Mit­ar­bei­ter-Bespre­chun­gen regel­mä­ßig nach dem aktu­el­len Stand der Din­ge gefragt wer­den. Ein Arbeit­ge­ber der Inter­es­se dar­an zeigt, wo Unter­stüt­zung erfor­der­lich ist oder Pro­blem­her­de ent­ste­hen, kann recht­zei­tig reagie­ren, bevor es zu spät ist.

Mit­ar­bei­ter soll­ten erfah­ren, wel­che Kon­se­quen­zen bei Nicht­ein­hal­tung ver­schie­de­ner Fris­ten fol­gen kön­nen. Hier geht es nicht um den Kopf des ein­zel­nen Mit­ar­bei­ters – häu­fig geht es hier­bei viel­mehr um ver­lo­re­ne Auf­trä­ge, hohe Fir­men­kos­ten oder ver­geu­de­te Gelder.

Dem Unwort “Dead­line” kön­nen Sie als Arbeit­ge­ber nicht nur ein wenig den faden Bei­geschmack neh­men, son­dern die­sen oft gänz­lich strei­chen. Set­zen Sie Ter­mi­ne statt Fris­ten­den. Rufen Sie bei­spiels­wei­se Mee­tings ein, zu denen bestimm­te Unter­la­gen fer­tig­ge­stellt sein müssen.

Vie­len Mit­ar­bei­tern kön­nen Sie den Schre­cken auch durch das Set­zen von ein­fa­cher zu errei­chen­den Teil­schrit­ten bzw. ein­zel­nen Mei­len­stei­nen nehmen.

WICHTIG: Rea­lis­ti­sche Dead­lines. Pla­nen Sie beim Set­zen von Dead­lines unbe­dingt unvor­her­seh­ba­re Ver­zö­ge­run­gen ein. Denn, egal in wel­cher Bran­che – zu viel Stress kann am Ende statt moti­vie­rend auch läh­mend auf Ihre Mit­ar­bei­ter wirken.

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